Der Schnee ist fast überall geschmolzen, und im Garten spriessen die Tulpen. Der Frühling kommt - neues Leben überall. Nur nicht hier. Für uns bedeutet dieser Frühlingsanfang leider das Ende eines neuen Leben. Nach 12 Wochen voller Morgenübelkeit und extremer Müdigkeit gingen wir voller Vorfreude zum 3-Monats-Ultraschall, um das erste Bild von Lillys neuem Geschwisterchen zu sehen. Doch leider war es nicht zu sehen. Noch am gleichen Tag verabschiedete es sich dann wirklich. Die ersten Tage waren emotional sehr hart für uns, was danach kam, war körperlich sehr anstrengend, so sehr, dass Martin den Notarzt gerufen hat und ich eine Freifahrt ins Krankenhaus bekam (leider ohne Tatütata :( ). Jetzt weiss ich endlich, was Wehen sind. Alle 2 Minuten für 30 Sekunden. Und das 4h lang. Respekt an alle Mütter, die das schon durchgemacht haben!!! Das Krankenhaus war die absolute Hölle. Wenn man da nicht wie am Spiess brüllt, wird man ignoriert. Als ich nach 3h noch immer keinen Arzt gesehen hatte, beschloss ich nach Hause zu gehen, denn Verbluten konnte ich dort ein bisschen bequemer. Als ich dies der Krankenschwester sagte, holte sie dann noch noch schnell einen Arzt, der mich dann gleich an den Tropf hing und mich über Nacht dabehielt. 14h zwischen 11 anderen "Notfällen". Um mich rum wurde permanent gejammert, geschrien, gepiept und gehustet. Und dann wurde noch M. Labelle eingeliefert, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob er einfach nur sturzbesoffen war, oder wirklich geistig verwirrt. Er konnte sich nicht einigen, ob er französisch oder englisch sprach, aber war sich morgens um 4 totsicher, dass er brannte und brüllte aus voller Kehle "FIRE!! FIRE!!!"
Als man mir morgens um 9h sagte, dass ich vor 14h keinen Ultraschall haben konnte und sie mir dann auch noch das Frühstück verweigerten, hatte ich die Schnauze voll und habe mich selbst entlassen. Martin fur mich ruckzuck auf die Ontarioseite in mein Krankenhaus, wo ich ruckzuck meinen Ultraschall bekam und danach nach Hause gehen durfte. Was ein Alptraum!!!!
Dank meines lieben Bruders und Isabelle, die sich super um Lilly gekümmert haben, hat unsere kleine Maus das ganze Drama recht gut überstanden.
Inzwischen geht es mir wieder einigermassen. Ich weiss jetzt noch viel mehr zu schätzen, was ich an unserer kleinen Lilly habe - auch wenn sie gerade in ihre "terrible twos" und ihre "no!" Phase kommt.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch ganz besonders bei Alex, Susy, Vinnie, Nelly, Heiko, Isabelle, meinen Eltern und natürlich Martin für die moralische Unterstützung bedanken. Ohne euch hätte ich das nicht so gut überstanden.
Das Kapitel ist jetzt abgeschlossen. Wir schauen nach vorne und freuen uns auf den Frühling!!! Schliesslich spriessen draussen meine Tulpen und Lilly hat neue Gummistiefel und freut sich auf die Pfützen :o)
No comments:
Post a Comment