Saturday, June 14, 2008

Eu-Stress und Di-Stress


Was auch immer passiert, eins ist sicher: die Zeit läuft. Wenn man's gerne schnell hätte, dann läuft sie etwas langsamer, und wenn man's gerne langsam hätte, dann läuft sie etwas schneller. Die 9 Monate Afghanistan sind rum. Da lief die Zeit seeeeehr langsam. Dafür vergingen die letzten Wochen etwas zu schnell. Wir haben uns kaum wieder aneinander gewöhnt, da sind wir auch schon fast am Kisten packen. Naja, selber packen müssen wir ja nicht, aber wenigstens mal Haufen machen und Basement entrümpeln. Es bleiben uns noch genau 10 Tage, bevor die Umzugsleute vor der Tür stehen.



Zwischen entrümpeln und Verwaltungskram, geht es Freunde nochmal besuchen, Abschiedsparties machen, auf andere Abschiedsparties gehen, Gefriertruhe leer essen....



Und mittendrin die Lilly. Die reagiert auf den ganzen Trubel eher gemischt. Mal ist's prima und wir schlafen die Nacht durch, manchmal macht sie einen Terror, bei dem jeder Taliban neidisch werden würde.

Inzwischen wurde sie auch getauft. Natürlich am heissesten Tag des bisherigen Sommers. Aber zum Glück war das Taufkleid dünn und die Kapelle der Citadelle kühl :) Und trotzdem war das Wasser auf dem Kopf doch eher unangenehm... 'he, schon wieder Haare waschen?!'
Ach ja, zum Thema Sommer, so ein paar Tage hatten wir schon. Von 12 Grad am Freitag auf 30 am Samstag! Zum Glück hatten wir die Klimaanlage noch! Jetzt ist sie allerdings verkauft, und wir hoffen, dass die nächsten Tage noch erträglich bleiben und wir nicht ins Basement ziehen müssen.


Das alles ist im Moment ziemlich stressig, aber vieles ist der positive Eu-Stress und nur weniges der gemeine Di-Stress. Fällt es uns schwer, Québec zu verlassen? Mir inzwischen mehr als Martin. Ich habe mich doch in den letzten 3 Jahren sehr an diese Stadt gewöhnt. Gezwungenermassen zwar, aber trotzdem. Endlich verfahre ich mich nicht mehr dauernd, endlich habe ich gute Ärzte gefunden, endlich weiss ich, wo man Buttermilch, Quark und Gummibärchen findet... Und ausserdem habe ich hier viele gute Freunde gefunden, die mir in Ottawa fehlen werden. Aber so ist das eben. Auf ein Neues. Ottawa hat ja auch seine Vorteile - und ich ja mein Navi :)
Jetzt versuchen wir, hier noch die letzten Tage zu geniessen, bevor der grosse Umzug losgeht!
Den nächsten Bericht gibt's dann aus dem neuen Haus!