Thursday, November 02, 2006

Happy Halloween




Der erste Schnee

Samstag, der 28. Oktober, 9 Uhr morgens. Martin lehnt sich aus dem Bett, um aus dem Fenster zu schauen, und macht den Vorhang ganz schnell wieder zu. "Das willst du nicht sehen!" Klar will ich, und ziehe den Vorhang auf. Schneesturm! Aber so richtig! Das ganze Wochenende war es extrem eklig. Der Schnee wurde dann im laufe des Tages zu Regen und über Nacht wieder zu Schnee. Es stürmte wie wild. Perfektes Wetter für ein Couch-Wochenende! Inzwischen ist der Schnee wieder weg, aber lange wird es nicht mehr dauern, bis er liegen bleibt...

Ein Zelt!

Jaja, hier in Québec zelten nicht nur Menschen und Hunde, sonder im Winter sogar die Autos. Da wir den letzten Winter ja permanent mit Schneeschippen beschäftigt waren, bestand ich darauf, dass es diesen Winter entweder einen Schneeräumdienst oder ein Zelt gibt. Ja, ich weiss, diese Zelte sind nicht gerade schmückend, aber erstens hat fast jeder in der Nachbarschaft eins, und zweitens besser als schlechte Laune und ein kaputter Rücken! Und da steht es nun. Mühsam aufgebaut. Noch ist die Plane nicht drauf, aber wir üben schon heftig rückwärts einparken!

Endlich Urlaub!

Ruckzuck war der Sommer vorbei, und schon nahte das Ende des September und damit dann auch unser lang ersehnter "trip to Europe". Da mein Chef meinen Urlaub irgendwie verdrängt hatte, fiel er aus allen Wolken, als er erfuhr, dass ich am Wochenende fliegen werde (Weihnachten kommt ja auch immer so plötzlich!) und schüttete mich während der letzten Woche nochmal so richtig mit Arbeit zu. Urlaub will ja schliesslich auch verdient sein! Daher war ich ganz froh, dass wir erst Samstag abend abflogen, denn so konnte ich Samstag wenigstens noch packen. Auf dem Flug nach London stellte ich schnell fest, dass ich seit 1 1/2 Jahren kein Vielflieger mehr war, denn der Flug schien endlos und unbequem. So waren wir beide ziemlich zermatscht und quengelig, als wir endlich aus Heathrow rauskamen. But things can only get better ... oder schlimmer. Das Hotel war das schlimmste, was ich je erlebt habe. Wenn eine Person drin war, war voll! Die Dusche spuckte nur brühend heisses Wasser aus, die Klospülung funktionierte nur mit viel gutem Zureden, und das Fenster liess sich auch nicht schliessen. Nach längerem Hin und Her mit einer zugeben hübschen aber struntzdummen italienischen Rezeptionistin wurde dann die Dusche zumindest halbwegs repariert.
Aber frisch und frei nach dem Motto "Alles was nicht tötet, härtet ab!", machten wir trotzdem das Beste aus unseren 3 Tagen London. Das Wetter war für englische Verhältnisse recht gut, und so absolvierten wir das Touristenprogramm (für Martin das erste Mal). Buckingham Palace, Parliament Buildings, Big Ben, Westminster Abbey (allerdings nur von aussen, da uns die lange Schlange und die 10 Pfund Eintritt abschreckten), Tower (das volle Programm für schlappe 15 Pfund), St-James Park, Hyde Park, Picadilly Circus... und was man halt alles so sehen muss. Wir sind oben im Doppeldecker Bus gefahren, hatten Fish und Chips, viele Pints in vielen Pubs, gingen in "Monthy Python's Spamalot", hatten cream Tea und genossen die Food Hall in Harrods. Und schon mussten wir wieder auf zum Flughafen. Alptraum! Wir flogen ab Standstead und dank der neuen Sicherheitsvorkehrungen war die Schlange durch den Securitycheck unbeschreiblich lang. Wir hatten nur eine Stunde und wir zitterten nicht schlecht, denn es ging mehr als langsam voran, da nur die Hälfte der Schalter offen waren. 5 Minuten vor Abflug waren wir durch und rannten los. Dem Himmel sei dank dass ich einen Triathleten geheiratet habe, der abdüste, um das Flugzeug aufzuhalten, bis Klein Sabine mit hochrotem Kopf und schwer hechelnd letztendlich auch noch am Gate ankam. Geschafft. Fix und fertig. Aber jetzt ging der Urlaub ja auch erst richtig los. Daheim bei Mama isses halt doch am schönsten! 10 Tage lang haben wir das schöne Wetter, den Schwarzwald und die Bemutterung in vollen Zügen genossen. Die totale Erholung konnte mir auch mein Grützbeutel nicht verderben! Der Neue Wein, Zwiebelkuchen, Flammkuchen, Apfelkuchen, Bretzeln mit Nutella, Erdbeerbuttermilch, Schwarzwälder Schinken und zu Martins Freude alle Sorten Bier, machten diese 10 Tage zum perfekten Urlaub. Zum Ende des Urlaubs wurde es in Aschaffenburg mit Schlappeseppel und Ramazotti noch mal feucht-fröhlich, bevor die kulinarische Reise in Frankfurt mit Äppler und Rippsche mit Kraut dann endgültig zu Ende ging. Mona fuhr uns dann am Sonntag morgen zum Flughafen, regte sich noch ein bisschen mit uns über das unfähige Flughafenpersonal auf, und überliess uns dann unserem Schicksal. Noch mal 1 h durch Security. Fliegen macht echt keinen Spass mehr. Naja, nach X-Men 3 und der Katze auf dem heissen Blechdach, kamen wir dann endlich in Montreal an. Noch mal kurz Flieger wechseln nach Québec und schon waren wir wieder zu Hause. Schön war's aber viel zu kurz...

Und ein grosses "Entschuldigung" bei allen, die wir während unserer Reise nicht getroffen haben, aber der Freizeitstress war dann doch irgendwie zu gross. Beim nächsten Mal!